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Gold, Sheabutter, Squalan und Hyaluronat in der Hautpflege

Die Bestandteile von Lumiere Gold — was über jeden aus der Literatur und dem EU-Kosmetikrecht bekannt ist. Über Stoffe, nicht über Studien zu dieser Creme.

Auf dieser Seite trennen wir zwei Dinge: was über einen Stoff aus der kosmetologischen Literatur und den Vorschriften bekannt ist — und was sich über die fertige Creme sagen lässt. Zu Lumiere Gold haben wir keine eigenen Untersuchungen, deshalb geht es unten ausschließlich um Bestandteile: was sie in Kosmetika tun, warum sie in der Formel sind und woher man das weiß. Die Verordnung (EU) Nr. 655/2013 verlangt, dass Aussagen über ein Kosmetikum durch Belege für dieses Produkt gestützt sind — und erlaubt nicht, Eigenschaften eines Stoffes ohne solche Belege auf die fertige Creme zu übertragen. Deshalb bleiben wir bei den Stoffen.

Gold, Silber, Bronze — Pigmente (CI 77480, CI 77820, CI 77400)

In der INCI von Lumiere Gold erscheint Gold als CI 77480, neben Silber (CI 77820) und Bronze (CI 77400). Das sind Nummern des Colour Index; alle drei sind als Farbstoffe in Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 zugelassen [1] und in der CosIng-Datenbank beschrieben [2]. In der Creme haben sie eine dekorative Funktion: Die Partikel reflektieren Licht, was der Haut einen Schimmer verleiht. Das ist ein optischer Effekt — keine Pflegewirkung und keine physiologische.

Der Hersteller beschreibt das Gold als 24-karätig in mikronisierter Form. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) hat 2021 eine Stellungnahme zu bestimmten Formen von Gold als Nanomaterial abgegeben [3]. Diese Stellungnahme bestätigt weder die Sicherheit noch eine Wirkung des in Lumiere Gold verwendeten Goldes — sie betrifft andere, definierte Nanomaterialien, und der SCCS hat darin auf Datenlücken und Bedenken zu einigen dieser Formen hingewiesen. Uns liegen keine Daten zur Partikelgrößenverteilung des Goldes in dieser Creme vor; „mikronisiert" bedeutet nicht automatisch „nano", und das Etikett trägt nicht die Kennzeichnung „[nano]", die die Vorschriften für Nanomaterialien vorschreiben. Deshalb setzen wir den Bestandteil nicht mit dem vom SCCS bewerteten Material gleich und ziehen aus dieser Stellungnahme keine Schlüsse — in keine Richtung.

In populären Darstellungen werden Gold allerlei „verjüngende" Wirkungen zugeschrieben. Die seriöse kosmetologische Literatur ist hier zurückhaltend: Belegt ist der optische Effekt. So schreiben wir auch über Gold.

Sheabutter (Butyrospermum Parkii Butter) und Sonnenblumenöl (Helianthus Annuus Seed Oil)

Sheabutter ist das Fett aus den Samen von Vitellaria paradoxa, reich an Öl- und Stearinsäure sowie einer unverseifbaren Fraktion [4]. Sonnenblumenöl ist reich an Linolsäure. Beide gehören zu den Emollientien: Stoffen, die in Kosmetika zum Weichmachen und Rückfetten der Haut und zur Begrenzung des Wasserverlusts eingesetzt werden. Die Übersicht von Vaughn et al. behandelt Pflanzenöle — darunter Sonnenblumenöl — im Zusammenhang mit der Unterstützung der Hautbarriere und der dermatologischen Verträglichkeit [5]; die Studie von Danby et al. an erwachsener Haut zeigte, dass Sonnenblumenöl die Hautbarriere nicht schwächte und die Hydratation der Hornschicht verbesserte [6]. Das ist Wissen über die Stoffe — wie sie sich in der konkreten Formel und Konzentration von Lumiere Gold verhalten, haben wir nicht untersucht.

Squalan (Squalane)

Squalan ist die hydrierte, stabile Form von Squalen — einem Kohlenwasserstoff, der einen beträchtlichen Teil der Lipide des menschlichen Hauttalgs ausmacht. Die Übersicht von Huang et al. beschreibt Squalen und Squalan in der kosmetischen Dermatologie als Emollientien mit gutem Verträglichkeitsprofil und geringem komedogenem Risiko [7]. In Kosmetika wird Squalan meist aus Oliven oder Zuckerrohr gewonnen. Es wird auch in Produkten für milde Pflege breit eingesetzt — das ist eine Eigenschaft des Stoffes; Verträglichkeitsdaten zur fertigen Creme Lumiere Gold, die auch Parfum enthält, liegen uns nicht vor.

Natriumhyaluronat (Sodium Hyaluronate)

Natriumhyaluronat ist das Salz der Hyaluronsäure — eines Polysaccharids, das natürlich in der Lederhaut vorkommt und dort Wasser bindet [8]. In Cremes wirkt es als Humektant: Es zieht Wasser an und hält es an der Hautoberfläche, wo es einen dünnen Film bildet. Wichtig zur Unterscheidung: Auf die Haut aufgetragenes Hyaluronat wirkt an der Oberfläche und „füllt" die Hyaluronsäure in der Lederhaut nicht auf — seine Aufgabe im Kosmetikum ist die Befeuchtung der Hornschicht und ein glatterer Griff.

Vitamin E (Tocopherol)

In Lumiere Gold liegt Vitamin E als Tocopherol vor — als freie Form, nicht als Ester. Thiele und Ekanayake-Mudiyanselage beschreiben die Rolle von Vitamin E in der Haut als Antioxidans, das Lipide vor Oxidation schützt [9]. In der Creme hat Tocopherol vor allem eine technologische Funktion: Es schützt Öle und Butter der Formel vor dem Ranzigwerden. Ob und wie es in dieser konkreten Creme auf die Haut wirkt, wissen wir nicht — die Literatur spricht über den Stoff, nicht über dieses Produkt.

Der Rest der Formel: Basis, Konservierung, Duft

Die übrigen Bestandteile bilden eine typische Emulsionsbasis: Wasser, leichte Emollientien (Caprylsäure-Triglyceride, Isopropylmyristat), Emulgatoren und Stabilisatoren (Glycerylstearat, Cetyl- und Cetearylalkohol, Ceteareth-20, Acrylat-Polymer), pH-Regulator und Chelatbildner sowie ein Konservierungssystem (Phenoxyethanol, Ethylhexylglycerin, Natriumbenzoat, Kaliumsorbat). Die Duftstoffkomposition enthält zwei auf dem Etikett gesondert aufgeführte Stoffe — Tetramethyl Acetyloctahydronaphthalenes und Trimethylbenzenepropanol. Das verlangt die Verordnung (EU) 2023/1545 [10], die die Liste der allergenen Duftstoffe erweitert hat und ihre gesonderte Kennzeichnung oberhalb bestimmter Konzentrationen vorschreibt: 0,001 % in Produkten, die auf der Haut verbleiben. Für Menschen mit Kontaktallergie gegen Duftstoffe ist das eine wichtige Information; für alle anderen ein gewöhnlicher Teil des Etiketts.

Was man über ein Kosmetikum sagen darf

Kosmetische Mittel unterliegen in der EU der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 [1], nach der ein kosmetisches Mittel pflegen, reinigen, parfümieren, das Aussehen verändern, schützen oder in gutem Zustand halten soll — nicht heilen. Die Verordnung (EU) Nr. 655/2013 [11] ergänzt gemeinsame Kriterien für Aussagen: Sie müssen wahr, belegt, redlich und nicht irreführend sein — und zwar belegt für das jeweilige Produkt. Deshalb schreiben wir auf dieser Seite über Funktionen von Stoffen und nicht über „Faltenbeseitigung", „Geweberegeneration" oder „intensive Feuchtigkeit durch Lumiere Gold".

Fazit

Lumiere Gold ist eine klassische Pflegeemulsion: Emollientien (Sheabutter, Squalan, Sonnenblumenöl und leichte Ester), ein feuchtigkeitsbindender Stoff (Natriumhyaluronat), ein Antioxidans (Tocopherol), drei schimmernde Pigmente (Gold, Silber, Bronze), ein Konservierungssystem und eine Duftstoffkomposition. Alles Stoffe mit gut beschriebenen Funktionen in Kosmetika. Was diese konkrete Creme auf Ihrer Haut tut, prüfen Sie selbst — wir sagen nur, was sich belegen lässt.

Quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel, ABl. L 342 vom 22.12.2009 — einschließlich Anhang IV (Farbstoffe: CI 77480, CI 77820, CI 77400).
  2. Europäische Kommission, CosIng – Cosmetic Ingredient Database. ec.europa.eu/growth/tools-databases/cosing
  3. SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety), Opinion on Gold (nano), Colloidal Gold (nano), Gold Thioethylamino Hyaluronic Acid (nano) and Acetyl heptapeptide-9 Colloidal gold (nano), SCCS/1629/21, 2021 — betrifft definierte Nanomaterialien; bezieht sich nicht auf dieses Produkt.
  4. Honfo F.G., Akissoe N., Linnemann A.R., Soumanou M., Van Boekel M.A.J.S., Nutritional composition of shea products and chemical properties of shea butter: a review, Critical Reviews in Food Science and Nutrition 2014; 54(5): 673–686.
  5. Vaughn A.R., Clark A.K., Sivamani R.K., Shi V.Y., Natural oils for skin-barrier repair: ancient compounds now backed by modern science, American Journal of Clinical Dermatology 2018; 19(1): 103–117.
  6. Danby S.G., AlEnezi T., Sultan A. et al., Effect of olive and sunflower seed oil on the adult skin barrier: implications for neonatal skin care, Pediatric Dermatology 2013; 30(1): 42–50.
  7. Huang Z.-R., Lin Y.-K., Fang J.-Y., Biological and pharmacological activities of squalene and related compounds: potential uses in cosmetic dermatology, Molecules 2009; 14(1): 540–554.
  8. Papakonstantinou E., Roth M., Karakiulakis G., Hyaluronic acid: a key molecule in skin aging, Dermato-Endocrinology 2012; 4(3): 253–258.
  9. Thiele J.J., Ekanayake-Mudiyanselage S., Vitamin E in human skin: organ-specific physiology and considerations for its use in dermatology, Molecular Aspects of Medicine 2007; 28(5–6): 646–667.
  10. Verordnung (EU) 2023/1545 der Kommission vom 26. Juli 2023 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 hinsichtlich der Kennzeichnung von Duftstoffallergenen in kosmetischen Mitteln, ABl. L 188 vom 27.7.2023.
  11. Verordnung (EU) Nr. 655/2013 der Kommission vom 10. Juli 2013 zur Festlegung gemeinsamer Kriterien zur Begründung von Werbeaussagen im Zusammenhang mit kosmetischen Mitteln, ABl. L 190 vom 11.7.2013.

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